BZ Artikel zur Nistkastenreinigung 2015

 

 

Keine Chance für Flöhe und Milben

BUND-Mitglieder und weitere Helfer putzen rund 100 Nistkästen für Vögel im Gundelfinger Wald – im Kampf gegen Parasiten.

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    Jaron (9) hilft mit beim Hausputz bei Familie Meise / Andre Grabs, der Vorsitzende des BUND, erklärte den Kindern und den interessierten Erwachsenen vieles über die Singvögel im Gundelfinger Wald. Foto: Andrea Steinhart

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    Hausputz bei Familie Meise / BUND-Truppe säubert Nistkästen im Gundelfinger Wald Foto: Andrea Steinhart

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GUNDELFINGEN. Die Brutzeiten der Singvögel im Gundelfinger Wald sind für dieses Jahr vorbei. In den gebrauchten Nestern hausen jetzt meistens nur noch Vogelflöhe und andere Parasiten. Deshalb war es am Samstagvormittag höchste Zeit, die mehr als 100 Nistkästen im Wald zu reinigen.

Die kleine Rötelmaus schaut irritiert aus ihrem Häuschen. Gerade hatte sie sich dort kuschelig weich eingerichtet, und nun muss sie schon wieder raus dem Nistkasten mit Nummer 14. Denn im Gundelfinger Wald war der Putzteufel los: Wie jeden Herbst reinigten aktive Mitglieder des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Vogel- und Fledermausnistkästen. Bewaffnet mit Mundschutz, Wassersprühflasche und Handbesen zog die 30-köpfige Gruppe durch den Wald. Da musste der eine oder andere Hausbesetzer kurzfristig eine andere Bleibe suchen – so wie die kleine Rötelmaus. Auch Flöhe, Milben, Zecken und Wanzen überwintern in der weichen Polsterung nur all zu gerne. "Würde man die alten Nester nicht entfernen, könnten die Parasiten im nächsten Frühjahr auf die dann geschlüpften Jungvögel übergehen", so BUND-Vorsitzender André Grabs.


Rund 100 Nistkästen hängen im Gemeindewald. "Die künstlichen Nisthöhlen werden immer wichtiger, weil immer mehr alte Bäume aus den Gärten entfernt werden und Streuobstwiesen fast völlig verschwunden sind", sagte Grabs. Im Jahr 2002 wurden deshalb für Höhlenbrüter Nistkästen in östlicher Richtung an den Bäumen installiert. Rund die Hälfte stammt vom Fischbacher Hobby-Ornithologe Klaus Blöhe. Sie hängen am Vogellehrpfad und sind mit Schautafeln versehen. Die anderen haben BUND-Mitglieder an den Bäumen befestigt. Doch Meisen, Kleiber, Baumläufer, Star und Sperling, die in den Kästen vor Mader und anderen Feinden geschützt ihren Nachwuchs aufziehen, sind nicht sehr ordentlich: Sie lassen das alte Nestmaterial einfach liegen, wenn sie ausziehen. Wird der Nistkasten nochmals benutzt, wird ein neues Nest obendrauf gebaut. So entstehe oft ein ganzer Pfropf verrottender Halme, Blätter und Haare bis obenhin zum Eingangsloch, weiß man beim BUND. Daher müssen die alten Nester aus den Kästen entfernt werden. Bei stärkerer Verschmutzung muss mit der Spachtel und Kelle der Dreck abgekratzt werden. Kaputte Kästen haben Horst und Waldtraut Hachmeister kürzlich schon zuhause repariert und wieder platziert.

Überraschungen sind bei der Nistkastenkontrolle normal. Gleich in mehreren Kästen fanden die Engagierten nichtausgebrütete Eier. In einem war ein Hornissennest, im anderen ein Vogelgerippe. "Manchmal schafft es ein kleines Vögelchen nicht hinaus, und die Eltern bringen auch kein Futter mehr." Im Kasten Nummer 27 hatten sich den Sommer Fledermäuse eingenistet. Das erkannten die Naturschützer am Kot: Beim Reiben zerfiel er zu glänzenden Staub. Ab und an jedoch traf die Putzkolonne auch auf kleine Haselmäuse, die verärgert flüchteten.

"Ich finde, dass die Vögel auch ab und zu ein sauberes Nest brauchen", sagte der neunjährige Jaron. Er gehörte zu den zehn Kindern und 20 Erwachsenen, die an der Putzaktion teilnahmen. Voller Spannung erwarteten die Kinder das Öffnen der Kästchen, um gleich nachzuschauen, was sich darin verbirgt. "Mein Sohn hat schon lange ein sehr großes Interesse an der Natur – er blüht sichtlich auf bei solchen Aktionen und ist immer mit viel Freude dabei", sagte Jarons Mutter, die das Thema Naturschutz gerne häufiger auf dem Stundenplan der Schule sehen würde. Denn: "Wenn bei Kindern das Gefühl für die Natur fehlt, entwickeln sie auch keines für sich."

Zur Bachputzete September 2015

Durch Bäche und Meer auf den Frühstückstisch

BUND-Mitglieder und weitere freiwillige Helfer sammeln Müll aus dem Schobbach ein / Vor allem Plastik macht Gewässern und Tieren zu schaffen.

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GUNDELFINGEN. Mit großem Eifer sammelten Mitglieder des BUND und weitere achtsame Bürger aus Gundelfingen im Schobbach Müll ein – und scheuten dabei auch nicht das kühle Wasser. Dabei fischten die Umweltschützer Pferdedecken, Autoreifen, Blumentöpfe, Flaschen und sehr viel Plastik aus dem Gewässer.

"Die Aktion ist aktueller denn je – denn vor allem Plastik macht die Meere kaputt", verdeutlichte Andre Grabs vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Gundelfingen das Anliegen dieser Bachputzete. "Ein Großteil des Kunststoffs gelangt über Bäche und Flüsse in die Meere – auch über weit verzweigte Flusssysteme und hunderte Kilometer weit." Die Teile einer Plastiktüte, die in den Schobbach geworfen wurde, zersetzten sich in kleine Mikroplastikteile und trieben über die Flüsse in die Nordsee. "Die kleinen Plastikteilchen werden von den unterschiedlichsten Meereslebewesen mit oder anstatt der Nahrung aufgenommen und sie verenden, oder der Kunststoff wandert zurück auf unseren Esstisch. Nicht gerade lecker", sagte Grabs. Die Helfer zogen früh morgens am Samstag mit Eimern, Plastikbeuteln, Zangen und Sägen bewaffnet den Bachlauf entlang. Auch einige Kinder und Jugendliche beteiligten sich an der Putzete.

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"Ich finde es ganz wichtig, dass meine Töchter Respekt und ein Gefühl für die Natur lernen", sagte Sabine Sané. Die Biologin stapfte zusammen mit ihren Mädchen gut zwei Stunden durch den Schoppbach und hat Müll aus dem Bach gefischt, der einen blauen Müllsack füllte.

Im unteren Bereich des Schobbachs griff Grabs zur Säge: "Eine Prunus serotina – die spätblühende Traubenkirsche – ist eine problematische Neophyte." Der Strauch vertreibt das gesamte heimische Gewächs, erklärte der BUND-Fachmann, der mit seinem Ganzkörperanzug gut geschützt im tiefen Wasser stand. Einige Schritte weiter hieß es kräftig zupacken: Jaron (neun Jahre) und Elias (elf) hatten einen Autoreifen gefunden – der musste raus. Eine Matratze, die schon im vergangenen Jahr dort in der Nähe entdeckt wurde und immer noch im Bachbett lag, bekamen sie selbst mit Hilfe der Erwachsenen nicht aus dem Wasser. Dann stöberten die Umweltschützer noch ein ganzes, von Schlamm bedecktes Plastikdepot auf. Die Bergung kostete viel Kraft. "Insgesamt war es wieder erschreckend, welche Mengen an Müll auf den paar Metern Bach zusammenkommen – wenn man bedenkt, dass sicher noch mehr unter Schlamm versteckt liegt", sagte Grabs.

Der Schobbach ist der wasserreichste Bach Gundelfingens. Er entspringt aus mehreren Quellen am Rosskopf im Oberen Wald des Wildtales. Sein Wasser hat im Quellbereich eine ausgezeichnete Qualität. In seinem Lauf nimmt er kleine Gewässer wie Michelbach und kleinere Bäche aus dem Waldbrunnertal und vom Leimstollen auf, weiter unten auch den Hagelbach. Der Schobbach fließt zuerst noch leicht mäandernd durch Wald und Wiesen, im Ortsbereich von Wildtal noch wenig beeinträchtigt, durchquert er den Bahndamm und fließt danach gerade und eingezwängt durch den geschlossenen Siedlungsbereich von Gundelfingen, wo er wie eine Putzmaschine Müll transportiert. Danach fließt er durch den Ort weiter nach Westen, unterquert die Bundesstraße und vereinigt sich in der Nachbargemeinde Vörstetten mit dem Moosbach.

Von der BZ zum Sensenkurs am 16.05.2015

Scharfer Schwung des Sensenmanns

Mähen von Hand als ökologische Alternative: ein Kurs des BUND.

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    André Grabs macht den richtigen Sensenschwung vor. Auch das Dengeln will gelernt sein. Foto: sophia hesser

 

GUNDELFINGEN. Sense einstellen, Sensenblatt dengeln, Klinge schärfen und dann die Sense durch das Gras ziehen. Hin und Her, hin und her. Solange bis das zentimeterhohe Gras in kleinen Haufen da liegt. Sieben Hobbygärtner und Landwirte sind zum Sensenkurs von André Grabs nach Gundelfingen gekommen, um sich in die Technik des Mähens von Hand einweisen zu lassen.

Der Vorsitzende des BUND-Ortsvereins Gundelfingen Grabs hat die Mähtechnik von Hand selbst bei älteren Gartennachbarn abgeschaut, für die es noch selbstverständlich ist, von Hand zu Mähen. Grabs ist es ein Anliegen, dass nicht immer der Rasenmäher angeworfen wird, um das Gras zu stutzen. "Beim Einsatz von motorisierten Mähern können Tiere nicht mehr flüchten, um sich einen neuen Lebensraum suchen. Die Geräte saugen und häckseln, Insekten haben keine Chance mehr zur Flucht." Grabs beweist das indem er Gummibärchen ins hohe Gras setzt und mit dem Mäher drüberfährt. Schwups, ist das Gummibärchen weg. "Ihr könnt euch vorstellen, was mit einem Schmetterling passiert – der wird eingesaugt und stirbt." Als nächstes benutzt er die Sense. Das Gras wird bodennah abgesäbelt, bleibt aber in seiner vollen Länge bestehen. Das Gummibärchen bleibt unversehrt im Gras liegen. "Seht ihr – Tiere haben jetzt die Chance zu flüchten." Artenschutz ist für Grabs das wichtigste Argument fürs Mähen mit der Sense.

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Im Kurs möchte er sein Wissen weitergeben und eine Alternative zum Rasenmäher vorstellen. Das interessiert einen 18-Jährigen, der für den Opa den Hang mähen muss, aber auch die Mittvierzigerin, die den Rasen von Hand mähen möchte, um die Tiere zu schützen, die im Gras kreuchen und fleuchen. Zunächst einmal werden die Sensen an die Körpergröße angepasst. Reichen sie dem Besitzer zum Kinn, haben sie die ideale Größe. Die Griffe am oberen Ende und etwa in der Mitte des sogenannten Sensenbaums müssen ausgerichtet werden: Grabs steckt den oberen Griff unter seine Achsel. Der untere Griff muss bei ausgestrecktem Arm leicht erreichbar sein, dann ist der Abstand ideal. Nur so liegt das Sensenblatt letztlich im richtigen Winkel zum Boden. Die meisten Hobbygärtner haben sich um eine korrekte Einstellung noch nie Gedanken gemacht. Sowohl Großvaters Sense, als auch die Aluminiumsense aus dem Baumarkt werden von den Kursteilnehmern ausgerichtet.

Auch das Sensenblatt muss eingestellt werden. Dazu wird die Sense in den Zirkel gestellt: Die Sense wird auf den hinteren Griff als Drehmittelpunkt geschwenkt und anhand einer Referenzmarkierung beobachtet, ob das Niveau der Schneide an der Spitze beim Hin- und Herschwenken etwa zwei Fingerbreit unter der des Barts, also des gegenüberliegenden Teils der Schneide, liegt.

Übung macht den Meister – auch beim Dengeln


Grabs nimmt einen Hammer zur Hand und legt das Sensenblatt auf einem Amboss ab. Mit gleichmäßigen Schlägen treibt er das Material aus und verdünnt somit den Dengel, also den äußeren Rand des Blatts, die Schneide. Das Dengeln dient auch der Härtung der Schneide, macht sie schärfer und länger nutzbar. Der 18-jährige Thomas versucht sich daran, das Sensen am Hang funktioniert schließlich schon gut. Doch das Dengeln muss noch gelernt werden, der Großvater ist der Einzige in der Familie, der das noch kann. Auch die anderen Kursteilnehmer versuchen sich im Austreiben des Materials. Klar ist, das muss geübt werden. "Da ist schon eine gewisse Erfahrung nötig, dass man es schafft, gleichmäßig zu dengeln", weiß auch Grabs.

Dann geht es in die hohe Wiese. Leichter Ausfallschritt, die Hände an den Griffen, lockere Hüfte und dann mit Schwung – hin und her, hin und her. Der Haufen aus gemähtem Gras, wird immer größer. Es summt hier und da, Insekten hüpfen durch die Luft, werden nicht in Sekundenschnelle zerhäckselt, sondern können noch rechtzeitig das Weite suchen. Das freut die Naturliebhaberin und der 18-Jährige ist froh, den Großvater unterstützen zu können.

Korrigierend zu diesem Artikel aus der BZ, „Wilde Gärten für Vögel und Insekten“ möchten wir hinzufügen, dass es uns nicht darum geht, die Gärten verwildern zu lassen, sondern sie durch Wildblumen, Gräser und eine entsprechende Gestaltung von Lebensräumen sogar aufzuwerten. Denn auch Gräser oder Trockenmauern haben  gut platziert einen sehr hohen ästhetischen Wert.

Ein nicht ganz korrekt wiedergegebener Fakt ist, dass  in Deutschland 10 Fußballfelder täglich überbaut werden, sondern dies allein in Baden- Württemberg die Fläche ist, die täglich verbraucht wird.

 

Stellungnahme zu Spritzungen per Helikopter im Glottertal BZ

Novum im südbadischen Weinbau: Helis sprühen Schutzmittel

Die Winzergenossenschaft Glottertal will mit Helikoptern Pflanzenschutzmittel versprühen lassen – gegen Pilzkrankheiten, nicht gegen die Kirschessigfliege. Das könnte nämlich Umweltschützer auf den Plan rufen.

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    Wie bei Waldkalkungen kann man Helikopter auch beim Spritzmitteleinsatz im Weinbau verwenden. Foto: Fleig

 

Die Winzergenossenschaft (WG) Glottertal möchte Pflanzenschutzmittel aus dem Helikopter auf Rebflächen rieseln lassen, um so Kosten zu sparen. Damit will man Pilzkrankheiten bekämpfen, was aus Sicht von Experten unbedenklich ist. Eine Bekämpfung der Kirschessigfliege aus der Luft steht nicht im Raum, könnte aber in Zukunft Thema werden, was Umweltschützer kritisch sehen.

Spritzmittel per Helikopter auszubringen, ist in den Steillagen am Neckar und an der Mosel gängige Praxis, bestätigt das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg. Das Bundesamt für Verbraucherschutz gibt jährlich eine Liste mit Mitteln heraus, mit denen Winzer den echten und falschen Mehltau, also Pilzkrankheiten, bekämpfen können. "Diese Mittel sind völlig harmlos, was die Belastung für die Umwelt und die an die Reben angrenzenden Flächen und darin lebenden Tiere angeht", sagt Rolf Steiner, Direktor des Weinbauinstituts.

Helikoptereinsatz könnte Kosten sparen


Udo Opel, Geschäftsführer von der WG Glottertal, will jetzt auch auf Pflanzenschutz aus der Luft setzen. Besonders in den steilen Lagen Roter Bur und Eichberg im Glottertal, beim Einbollen und der Sonnhalde in Denzlingen sowie in Wildtal und Heuweiler mache ein solcher Einsatz wirtschaftlich Sinn. "Da sind wir teilweise noch mit Rückenspritzen unterwegs, was sehr mühsam ist", so Opel.


Kosten für Schlepper, Personal und der Zeitaufwand würden sich reduzieren. Der Helikoptereinsatz koste 170 Euro pro Hektar, was vergleichsweise günstig sei. Opel hofft, dass sich genügend Winzer beteiligen, sodass 70 bis 80 Hektar durch den Flug abgedeckt werden könnten. "Auf diese Weise Pflanzenschutzmittel in Reben auszubringen, ist in Südbaden ein Novum", sagt Opel.

Die Bekämpfung der Kirschessigfliege wolle man dieses Jahr allerdings nicht per Helikopter anstreben, wie die Badische Zeitung nach der jüngsten Hauptversammlung missverständlicherweise berichtet hatte. "Es kann jedoch sein, dass dies in Zukunft einmal ein Thema wird und wir Spintor mit dem Helikopter ausbringen", sagt Opel.

Spintor ist bisher das einzig zugelassene Insektizid gegen die Kirschessigfliege. Es ist ein Fraßgift, das mit einem Köderstoff verbunden ist und die Fliegen töten soll. Man soll es nur in den Morgenstunden und abends ausbringen, wenn wenig Bienen unterwegs sind, weil es für diese tödlich wirken kann. Lieber wäre es Opel daher, wenn man einen biologischen Gegenspieler fände und auf die Kirschessigfliege loslassen könnte.

Der BUND sieht einen möglichen Insektizideinsatz gegen die Kirschessigfliege aus der Luft per Helikopter als Gefahr für heimische Schmetterlinge, Bienen und auch die Gottesanbeterin an. "Eine Verwehung des Insektizids kann gerade bei Helikoptereinsätzen unserer Meinung nach nicht verhindert werden", sagt André Grabs von der BUND-Ortsgruppe Gundelfingen.

Infoveranstaltung für Bürger geplant


Gerade in Tälern wie dem Glottertal oder in Heuweiler sei selbst an windstillen Tagen mit einer großen Thermik zu rechnen, welche das Gift weiträumig verteilen würde, so der Umweltschützer. "Hier ist Augenmaß gefordert und die Ausbringung so kleinräumig, wie nur möglich zu halten", sagt Grabs.

Falls es in Zukunft tatsächlich einmal Helikoptereinsätze gegen die Kirschessigliege geben sollte, müssten die Seitenränder der Rebflächen, die an die ökologisch hochwertigen Flächen angrenzen, vom Boden aus behandelt werden, so der BUND.

Der Direktor des Weinbauinstituts stellt Helikoptereinsätze gegen die Kirschessigfliege aber prinzipiell in Frage. "Bisher stand das in Südbaden nicht zur Diskussion", sagt Steiner. Spintor werde direkt auf die Beeren der Trauben aufgebracht, wenn diese schon gereift sind. Dies aus der Luft hinzubekommen, hält der Weinbauexperte für äußerst schwierig. Im Glottertal sei zudem der Traubenwickler der Hauptschädling und weniger die Kirschessigfliege.

Die WG Glottertal will in jedem Fall die Bürger über einen Helikoptereinsatz mit Pflanzenschutzmitteln informieren. Der Zeitpunkt ist noch offen, er hängt davon ab, ob und wann das Regierungspräsidium Freiburg einen Flug genehm

Kameramann filmt Demo, Foto: BUND


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